Drei Zinnen
Das Wahrzeichen der Dolomiten - Die Drei Zinnen

Drei Zinnen – Wahrzeichen der Dolomiten

Die Drei Zinnen (ital. Tre Cime di Lavaredo) ist wohl eine der bekanntesten Bergformationen der Dolomiten. Gelegen im gleichnamigen Naturpark der sich über die Gemeinden Toblach, Sexten und Innichen erstreckt, ragen die drei Bergriesen aus den schroffen Geröllfeldern der Sextner Dolomiten. Die Große Zinne (ital. Cima Grande) ist mit 2999m die höchste Erhebung und steht zwischen der Westlichen Zinne  (ital. Cima Ovest, 2973m) und der kleinen Zinne  (ital. Cima Piccola, 2857m). Neben diesen imposanten Dreierformation zählen noch die Punta di Frida (2792m) und der Preußturm, auch Kleinste Zinne (Torre Preuß, Cima Piccolissima, 2700m) zum Felsmassiv.

Besonders die steilen Nordwände der drei Zinnen gehören zu den atemberaubendsten Landschaften der Alpen und gelten daher als Wahrzeichen der Dolomiten. Die 500m Meter hohe, senkrecht bis überhängende Nordwand der Großen Zinne wir zu den Großen Nordwänden der Alpen gezählt. Die Nordwand der westlichen Zinne weist mit bis zu 40 Metern horizontaler Distanz noch wesentlich stärkere Überhänge auf, weshalb sie auch „Größtes Dach der Alpen“ bezeichnet wird.

Besteigungen der Drei Zinnen

Der Österreichische Alpinist Paul Grohmann engagierte im August 1869 die Einheimischen Bergführer Franz Innerhofer und Peter Salcher für die Erstbesteigung der Großen Zinne. Bereits am 21. August, in weniger als drei Stunden erreichte die Gruppe den Gipfel. Erst zehn Jahre später versuchten Luigi Orsolina und Gustav Gröger den Gipfel der Westlichen Zinne zu ersteigen, kamen aber nur bis zum Felszacken der Südflanke, die sie im Nebel für den Gipfel hielten. Kurze Zeit später bestiegen der Vetter von Franz Innerkofer, Michel Innerkofer und Georg Ploner den Gipfel und klärten den Irrtum auf. Anna Ploner bestieg als erste Frau 1874 die „Große Zinne“

Geführt von Michel und Hans Innerkofler bestieg Demeter Diamantidi bereits 1881 alle Gipfel der Drei Zinnen an einem Tag. 1955 konnten Gottfried Mair und Toni Egger zwei Nordwände an einem Tag durchsteigen, was Claudio Barbier 1961 Solo mit dem Durchstieg aller drei Nordwände toppte. In den folgenden Jahren durchstigen Kletterer wie Heinz Mariacher, Alexander Huber oder Much Mayr alle Nordwände der Drei Zinnen free Solo binnen einem Tag.

Heldenmädchen der Drei Zinnen

Während des Gebirgskrieges zwischen dem Königreich Italien und Österreich-Ungarn verwandelte sich das Gebiet um die drei Zinnen in einen schrecklichen Kriegsschauplatz der heftig umkämpft war. Viele Menschen haben ihr Leben verloren oder wurden verwundet. Mitunter auch das „Heldenmädchen der Drei Zinnen“ Viktora Savs die auch in die Geschichte einging. 1899 in Bad Reichenhall geboren und wuchs sie bei ihrem Vater am Gardasee auf. 1914 wurde Viktorias Vater zu den Kaiserjägern einberufen und kehrte schwer verletzt in seine Heimat zurück. Nach seiner Genesung schloss er sich als Freiwilliger dem Landsturm an.

Viktoria wollte sich nicht von ihrem Vater trennen und täuschte die Musterungskommission in Meran. So konnte sie 1915 in das Standschützenbataillon eintreten und erhielt die Genehmigung an der Front der Drei Zinnen zu kämpfen. Als „Viktor Savs“ blieb sie unerkannt und nur sehr wenige wussten wer „er“ in Wirklichkeit war. 1917 durch einen Felsbrocken, der sich durch einen Granateinschlag gelöst hatte sehr schwer verwundet kam sie in ein Lazarett und alles waren sehr erstaunt, dass „Viktor Savs“ eine Frau war. Für ihren Einsatz und außergewöhnlichen Verdienste an der Dolomitenfront wurde sie mehrfach mit Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet und erlangte als „Heldenmädchen der Drei Zinnen“ einen hohen Bekanntheitsgrad. Als Viktoria Savs genesen war, arbeitete sie für das Österreichische Rote Kreuz und zog 1938 nach Salzburg, wo sie im Alter von 80 Jahren verstarb.

Menschen – Berge – Tourismus

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts besuchten mehrerer tausend Menschen die 1881 erbaute Dreizinnenhütte. In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg wurden alte „Kriegswege“, wozu auch die Auronzostraße gehört, für touristische Zwecke ausgebaut, was mit einem Anstieg des Besucherzahlen einher ging. Der Ausbau bis zur Dreizinnenhütte wurde zwar diskutiert, aber bislang verhindert. Die Umrundung der Drei Zinnen gilt als eine der beliebtesten Wanderstrecken der Dolomiten, da sie nur geringe Steigungen aufweist und leicht zu bewältigen ist. Zudem ist einer der Startpunkte, die Auronzohütte, über ein Mautpflichtige Straße oder dem Linienbus von Misurina leicht erreichbar.

Als Filmkulisse dienten die drei Zinnen schon immer. Zuletzt in der erfolgreichsten Südtiroler Filmproduktion „Un passo dal cielo“ mit Terence Hill als Forstinspektor Pietro, die auch im Bayrischen Rundfunk unter dem Namen „Die Bergpolizei – Ganz nah am Himmel ausgestrahlt wurde. Gedreht wurde die Serie unter anderem am Pragser Wildsee, einem der schönsten Seen Südtirols und dem Ort Innichen im Hochpustertal.

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