Ladinisch
Karte der Ladinisch sprechenden Regionen. Bildquelle: Wikipedia

Ladinisch – die Sprache der Ladiner

Bun dì! heißt so viel wie „Grüß Gott“ oder „Guten Tag“ auf Ladinisch. So sprechen rund 30.000 Ladiner, die umgeben von majestätischen Dolomiten in fünf Tälern über drei Provinzen verstreut leben. Sie pflegen ihre uralte Sprache und ihre alpine Kultur. Ladiner sind Südtiroler. Ihre Farben sind blau für den Himmel, weiß für den Schnee, und grün für die Wiesen – eine Ehrerbietung an ihre Heimat. Sternförmig vom Sella-Massiv ausgehend, befindet sich das Gadertal im Nordosten, im Nordwesten das Grödnertal, die beide zur Provinz Bozen gehören. Im Osten liegt das Boitetal, im Südosten Buchenstein, beide gehören zur Provinz Belluno und im Südwesten das Fassatal, das zur Provinz Trient gehört. Verbunden sind die Täler über das Grödner- und Sella- und Pordojjoch, dem Campolongo-Pass, Valparola und dem Falzarego.

Ladinisch – das Volkslatein

Ladinisch ist eine romanische Sprache, die ihren Ursprung im lateinischen hat. Die Römer eroberten wenige Jahre vor Christi Geburt die alpinen Regionen von der Donau im Norden bis zum Gardasee im Süden, vom Gotthard im Westen bis nach Triest im Osten. Die einheimischen übernahmen so das „Volkslatein“ der Besatzer, ohne jedoch auf ihre Muttersprache zu verzichten. Mit der Zeit, vor allem während der Völkerwanderung kamen dann andere Spracheinflüsse wie germanisch, alemannisch und bairisch hinzu.

Erst durch die Initiative von Einheimischen begann man im 19. Jahrhundert die Ladinische Kultur zu bewahren und zu schützen. Nach dem ersten Weltkrieg wird Ladinien und Südtirol 1919 Italien zugeschlagen und der aufkommende Faschismus unter Mussolini versuchte ihre Identität auszulöschen. Südtiroler, wie auch Ladiner wurde als „allogeni“ – Fremdstämmige – bezeichnet und von öffentlichen Leben ausgeschlossen. Deutsche und Ladinische Familiennamen, Ortsnamen wie auch Berge und Flüsse wurden nach einer eigens für diesen Zweck erstellte Liste von dem Nationalisten Ettore Tolomei (1865-1952) umbenannt.

Doch auch schon unter Königin Maria Theresia von Österreich (1717-1780) wurden Ladinische Familiennamen germanisiert. Dieses wurde nie revidiert. Aus Murada/Mureda wurde Moroder, aus Raugaudie/Runcaudie wurde Rungaldier.

Ladinisch wurde 1989 als Verwaltungssprache in den Ladinischen Gemeinden Südtirols per Dekret eingeführt. Seit 1993 ist Ladinisch Amtssprache im Fassatal, nicht jedoch in Buchenstein und Ampezzo. Das italienische Fernsehen RAI überträgt täglich Radiosendungen in Ladinischer Sprache. Die Wochenzeitung „La Usc di Ladins“ berichtet in allen fünf Idiomen (Gadertalisch, Grödner-Ladinisch, Fassa-Ladinisch, Buchensteinisch und Ampezzanisch) in allgemeinen Ladinisch.

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