Michaelis-Kirchweih

Michaelis-Kirchweih – Die Königin der Kirchweihen

Die wahrscheinlich größte Straßenkirchweih Deutschlands hat viele Namen: Michaelis-Kirchweih, Fürther-Kirchweih,  Michels- oder Färdder-Kärwa, wie der Einheimische sie nennt. Sie ist eines der ältesten und größten Volksfeste in Franken, ein Mix aus Straßenkirchweih, Volksfest und Jahrmarkt, der in dieser Form einzigartig ist. Während die meisten Volksfeste auf Plätzen oder der grünen Wiese stattfinden, findet die Fürther-Kirchweih mitten im Zentrum Fürths statt.  Gefeiert wird insbesondere auf der Fürther Freiheit und der Königsstraße, die Teil der Bundesstraße 8 ist und extra hierfür gesperrt wird. Die Michaelis-Kirchweih ist eine ‚echte‘ Kirchweih, denn sie findet zur Weihe der Kirche St. Michael statt. Sie beginnt jedes Jahr am 29. September den Namenstag des Erzengels Michael bzw. am darauffolgenden Samstag und dauert 12 Tage.

Über den Ursprung der Kirchweih existieren keine Dokumente, da jedoch die namensgebende Michaelskirche um 1100 errichte wurde, wird von Historikern angenommen, dass das Fest erstmals zu dieser Zeit stattfand. Damit ist die St. Michaelis-Kirchweih 800 Jahre älter als das Münchner Oktoberfest. Erste Urkundliche Erwähnung fand die Fürther-Kirchweih 1536. Zur damaligen Zeit fand das Fest am Grünen Markt und in der Gustavstraße, also unmittelbar in Umgebung von St. Michael statt. Bereits 1794 ist von der ‚Königin aller Kirchweihen‘ in Franken die Rede.

Kirchweihbaum und Kirchweihorgel

Ursprünglich stand der mit Zunftzeichen, Gasthäusern und Fürther Originalen geschmückte Holzmast am Lilienplatz, seit der Umgestaltung der Altstadt findet man ihn vor dem Stadttheater. 2014 wurde der alte marode Holzmast durch einen Stahlmast ersetzt.

Die historische Kirchweihorgel wurde anlässlich der Weltausstellung in Brüssel 1909/10 gebaut. Mitte der siebziger Jahre wurde die Orgel und der Wagen, indem sie sich die Orgel befindet, generalüberholt. Die Konzertnoten-Orgel hat 54 Tonstufen, 96 Pfeifen, ein Piano, ein Glockenspiel, eine Okarina-Flöte und zwei Trommeln, davon eine mit Becken.

Erntedankfestzug am Bauernsonntag

Der erstmals 1817 stattfindende Festumzug der Michaelis-Kirchweih findet seit den 1950er Jahren traditionell am zweiten Kirchweihsonntag, dem ‚Bauernsonntag‘ statt. Festwagen, Spielmannszüge, Musikkapellen, Trachtenvereine und Gruppen ziehen durch die Straßen zum Rathaus, um den Oberbürgermeister einen frischen Acht-Pfünder-Laib Brot zu überreichen. Die symbolische Geste erinnert an den historischen Ursprung des Festumzuges. Nach Missernten in den Jahren 1815/16 konnte im darauffolgenden Jahr eine üppige Ernte eingefahren werden, was 1817 als Ursprung des Festzuges markiert.

Die St. Michaelis-Kirchweih wurde 2018 offiziell als immatrielles Weltkulturerbe anerkannt.

Trotz höchster Sorgfalt kann nicht für die Richtigkeit und Vollständigkeit der wiedergegebenen Inhalte garantiert werden. Quellenachweis: FürthWiki

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