Nürnberger Christkindlesmarkt

Nürnberger Christkindlesmarkt

Der Ursprung des Nürnberger Christkindlesmarkt ist bis heute nicht geklärt. Der älteste Nachweis ist eine hölzerne Schachtel, die sich im Besitz des Germanischen Nationalmuseums befindet, auf der die Inschrift ‚Regina Susanna Harßdörferin von der Jungfrau Susanne Elenora Erbsin (Elbsin) zum Kindles-Marck überschickt‘ zu lesen ist. Entwickelt hat sich der Nürnberger Christkindlesmarkt vermutlich aus einem herkömmlichen Wochenmarkt. Durch die von Martin Luther veränderte Schenkungspraxis vom Nikolaustag auf den Heiligen Abend setzte sich dieser Brauch auch im evangelischen Nürnberg durch. Der Name ‚ Christkendleinsmarck‘ ist durch die Stadtgeschichte aus dem Jahr 1697 dokumentiert.

Ende des 19. Jahrhunderts wechselte der Christkindlesmarkt mehrmals seinen Standort und erfuhr dann Anfang der 1930iger Jahre eine Renaissance. Der Christkindlesmarkt wurde aufgrund seiner langen Tradition benutzt, das Image der Stadt Nürnberg unter der damaligen Stadtregierung aufzupolieren. 1933 wurde er auf dem Hauptmarkt wiedereröffnet. Während des Zweiten Weltkrieges fand der Markt aufgrund von Luftangriffen nicht statt.

1948 fand der Christkindlesmarkt erstmals nach dem Krieg wieder statt. Ursprünglich am Barbaratag eröffnet, wurde wegen dem Ansturm der Besuchermassen der Eröffnungstag auf den Freitag vor dem ersten Advent verlegt. Etwa 200 Händler bieten vorwiegend Waren die in der Tradition von Nürnberg stehen an. Nürnberger Lebkuchen, Früchtebrot und Christbaumschmuck. Eine Besonderheit der Nürnberger Zwedschgermo‘, eine Figur aus getrockneten Pflaumen. Nürnberger Rostbratwürste und Fränkischer Glühwein runden das Angebot ab. Alle Holzbuden sind traditionell mit rot-weißem Stoff dekoriert, daher der Beiname ‚Städtlein aus Holz und Tuch‘

Die Weihnachtskrippe

Mitten um Markt befindet sich ein offener Pavillon, das Krippengebäude, indessen die Weihnachtsgeschichte nachgezeichnet wird.  Auf dem mit Stroh gedeckten Dach prangt ein leuchtender Stern. Etwa 30 Figuren von 50cm Höhe aus Holz mit beweglichen Gliedern und meist in Fränkischer Tracht gekleidet bilden die Weihnachtsgeschichte nach. Ca. 15 Tiere runden das Geschehen ab. Initiator 1934 war Stadtbaudirektor Paul Seegy. Max Renner und Bertl Kuch waten für die künstlerische Umsetzung verantwortlich. 1935 erstmals aufgestellt, wurde sie 1948 eine umfassende Restauration unterzogen.

Das Nürnberger Christkind

Von 1933-1938 wurde das Christkind von der jungen Schauspielerin Renate Timm, von 1948 bis 1960 von Sofie Keeser , und bis 1969 von Irene Brunner dargestellt. Seit 1969 wählen die Nürnberger alle zwei Jahre ihr Christkind selbst. Die Kandidatinnen müssen aus Nürnberg, zwischen 16 und 19 Jahre alt und mindestens 1,60 Meter groß und schwindelfrei sein. Außerdem müssen sie den Prolog auswendig beherrschen, da dies ihr erster Auftritt, der auf dem Balkon der Frauenkirche ist. Der neue Prolog stammt aus der Feder des damaligen Chefdramaturgen der Nürnberger Städtischen Bühnen Friedrich Bröger.

Heute besuchen mehr als zwei Millionen Menschen aus aller Welt alljährlich den Nürnberger Christkindlesmarkt

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